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28. October 2003 14:26
Leben nach dem HypeSind Sprachanwendungen eine weitere Technologieblase kurz vor dem Platzen? Die Gartner Group bescheinigt Sprachportalen, den Hype hinter und die produktive Nutzung vor sich zu haben.Sprachanwendungen über das Telefon werden seit Jahren eine goldene Zukunft vorhergesagt. Das britische Marktforschungsunternehmen Datamonitor beispielsweise prophezeite im August, dass der weltweite Markt für Sprachtechnologie von 656 Millionen Dollar 2002 auf 3,1 Milliarden Dollar 2008 ansteigen wird.
Skeptiker runzeln bei solchen Prognosen die Stirn und erinnern sich an die zahlreichen Hightech-Träume, die in den letzten Jahren zerplatzt oder versickert sind. Stehen Sprachportale vor dem gleichen Schicksal?
Die Branche ist sich dieser Gefahr durchaus bewusst. Sprachtechnologien dürfen nicht das Image einer weiteren Blase bekommen, die irgendwann einmal platzt, sagt Horst Gallus, Geschäftsführer des Branchenverbands Vascom e.V. (Voice Application Standard Comitee). Nach einer aktuellen Studie des US-Marktforschungsinstitut Gartner Group scheint diese Furcht unbegründet. Sprachportale sind demnach dem Hype entwachsen und auf dem Weg zur produktiven Nutzung. Darauf weist das Sprachtechnologie-Unternehmen Clarity AG hin.
Gartner bewertet regelmäßig junge Technologien und ordnet sie in einen Hype Cycle ein. Dieser Zyklus hat fünf Phasen: Startschuss, überhöhte Erwartungen, Enttäuschung, realistische Einschätzung, Produktivität. In Phase zwei erreicht die öffentliche Aufmerksamkeit für eine Technologie ihren Höhepunkt, um danach wieder einzubrechen. In den Phasen vier und fünf nimmt die Wahrnehmung der Technologie erst langsam wieder zu, so dass der Reifeprozess relativ unbeobachtet bleibt.
Laut Gartner-Untersuchung hat Spracherkennung für Telefone und Call Center den Hype und den Absturz in diesem Zyklus längst überwunden und befindet sich nun in Phase vier, bei der realistischen Einschätzung, kurz vor der alltäglichen Nutzung.
Zum selben Ergebnis kommt auch Datamonitor. Das mobile Web mag Hype sein. Das sprachgesteuerte Web nicht, heißt es in einer Studie über die Potenziale der Sprachbranche.
Diese Studien bestätigt, was wir in der Praxis immer wieder erfahren: Sprachtechnologie ist technisch reif und wird von Kunden längst akzeptiert, sagt Christoph Pfeiffer, Vorstandsvorsitzender der Clarity AG. Das Bad Homburger Unternehmen ist Spezialist für Sprachportale automatisierte Telefonanwendungen, die über einen natürlichsprachigen Dialog gesteuert werden. Zu den Produkten von Clarity gehören eine automatische Telefonzentrale (Clarity Contact Manager) und eine Sprachschnittstelle zu persönlichen Mails, Terminen und Kontakten (Clarity Organizer). |
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