19. April 2005 16:10

Computer mit Sprachgefühl

Clarity und Telecom-Italia-Tochter Loquendo bieten emotionale Sprachsynthese an

Die Clarity AG, führender europäischer Anbieter von Sprachdialog- und Telefoniesystemen, bietet einen Sprachcomputer mit Gefühl an. Die Clarity Speech Platform unterstütze nun auch die emotionale Sprachsynthese-Technologie der Telecom-Italia-Tochter Loquendo, meldet das Bad Homburger Unternehmen. Die Loquendo-Software wandelt Text in gesprochene Sprache um. Das Ergebnis hat nach Angaben der Anbieter nichts mehr mit abgehackten Roboterstimmen vergangener Tage gemein. Moderne Text-to-Speech- (TTS)-Engines klängen natürlich, leicht verständlich - und jetzt auch emotional.

 

Loquendo biete als erster Anbieter die Möglichkeit, den emotionalen Ausdruck der Sprachausgabe gezielt zu steuern, so Clarity. Das geschehe entweder über eine mitgelieferte Wortliste, bei der bestimmten Begriffen bereits ein emotionaler Wert zugeordnet sei, oder über zusätzlich gesetzte "Tags" wie "<lachen>". Auf diese Weise könne die Loquendo-TTS auch seufzen, kichern oder sich räuspern. Für diese Neuerung wurde Loquendo auf der Branchen-Messe "Avios SpeechTek" im März in San Francisco mit dem Preis für die innovativste multi-linguale Sprachsynthese ausgezeichnet. Insgesamt verfügt die Loquendo-TTS über 34 Stimmen in 16 Sprachen.

 

Die Clarity Speech Platform ist laut Clarity die Basis für Sprachdialogsysteme und bilde die Schnittstelle zwischen Telefonie, Spracherkennung, Sprachausgabe und Datenbanken. Sie sei vollkommen mit dem internationalen Standards VoiceXML 2.0 kompatibel. Die Sprachplattform ist Teil des Clarity Communication Centers, das die gesamte technische Infrastruktur eines Call Centers auf einer einzigen, softwarebasierten Computerplattform vereint.

 

"Gerade im Bereich der Sprachsynthese hat die Technologie in den vergangenen zwei Jahren gewaltige Fortschritte gemacht", sagt Clarity-Vertriebsleiter Frank Klaus Cernic. Das sei immer dann besonders wichtig, wenn es um "dynamische", also sich stets ändernde Inhalte, gehe. Als

Einsatzbeispiel nennt Cernic die automatische telefonische Stauauskunft oder den interaktiven Wetterbericht. Durch die stark verbesserte Qualität von Klang, Tonfall und Satzmelodie gebe es mittlerweile keine Akzeptanz-Probleme mehr beim Einsatz von Sprachsynthese-Systemen. Dadurch eröffneten sich beispielsweise für Medienunternehmen ganz neue Kanäle zur Verwertung von Inhalten, so Cernic.

 

Klaus Dietz, Geschäftsführer der Inloq Voice Solutions und offizieller Repräsentant der Loquendo SpA, sekundiert: "Clarity bietet herausragende Lösungen im Sprachbereich an, deshalb bekommt die Loquendo-Technologie ihre richtige und optimale Plattform. Über Clarity werden wir einen sehr großen Markt abdecken können, deshalb werden aus dieser Partnerschaft interessante Geschäftsentwicklungen entstehen."


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