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17. March 2001 10:25
Clarity: V-Commerce wird größer als E- und M-CommerceDer Markt für Voice Commerce (V-Commerce) wird in wenigen Jahren größer sein als die Märkte für Electronic und Mobile Commerce zusammen, prognostiziert Christoph Pfeiffer, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Bad Homburger Clarity AG, des führenden Software- und Servicelieferanten für Sprachportale in Europa. Pfeiffers Begründung: Die Verbreitung von Handys steigt drastisch schneller als die PC-Nutzung, und die meisten Handys werden auch künftig primär zum Telefonieren und nicht zum Internet-Surfen eingesetzt werden. Daher sagt der Clarity-Chef einen Boom der Voice Portals voraus. Bei Sprachportalen ruft der Verbraucher einfach an und wird im Dialog bedient: Tickets reservieren, Reisen buchen, Waren bestellen, die Verkehrssituation erfragen - immer mehr Gebiete des täglichen Lebens werden künftig durch Sprachdienste abgedeckt werden, ist sich Pfeiffer sicher. Studien renommierter Marktforscher geben dem "Voice-Visionär" Christoph Pfeiffer recht. Forrester Research prognostiziert das weltweite Marktvolumen für V-Commerce auf rund 450 Mrd. Euro im Jahr 2003. Das wäre drei Mal so viel wie für E-Commerce vorhergesagt wird. "Wer ein Telefon besitzt, wird künftig Sprachportale nutzen", stellt Ira Brodsky, President von Datacom Research, fest. Schon heute besitzen rund 53 Millionen Menschen in Deutschland ein Handy. Weniger als die Hälfte davon verfügt über einen PC, der ans Internet angeschlossen ist. Drei Viertel der Bevölkerung nutzen das Internet überhaupt nicht; und nicht einmal ein Prozent hat einen mobilen Internetzugang. Bis zum Jahr 2010 werden 72 Millionen Handy-Nutzer prognostiziert. "Die Mehrzahl davon werden ihr Gerät zum Telefonieren verwenden", ist sich Clarity-Chef Christoph Pfeiffer sicher, der gemeinsam mit Jamba!, space2go und anderen zu den Mitgründern der Initiative "Internet ohne PC" gehört. Er verweist auf Prognosen von Marktforschungsinstituten, wonach schon im Jahr 2005 mehr als zwei Milliarden (!) Menschen weltweit telefonische Informationsdienste nutzen und Transaktionen durchführen werden. Zum Vergleich: Die Anzahl der weltweit verbreiteten PCs wird bis dahin auf rund 400 Millionen Geräte prognostiziert. Die steigende Nachfrage nach Sprachdiensten wird zu einem Boom bei computergestützten Sprachdialogsystemen und Call-Centern führen, ist sich Christoph Pfeiffer sicher. Einfache Auskunftanfragen und Transaktionen werden künftig von "intelligenten" Sprachcomputern übernommen, komplexere Aufgaben von immer mehr Agents in Call-Centern bearbeitet. "Immer mehr Menschen werden den Komfort entdecken, einfach eine Telefonnummer anzurufen und dort Informationen recherchieren oder Transaktionen durchführen zu lassen. Das Spektrum reicht von der Lebensmittelbestellung beim Supermarkt über Freizeitberater, die wissen, wo was los ist und auch gleich die Eintrittskarten dazu besorgen, bis hin zur Planung einer Urlaubsreise", weiß Christoph Pfeiffer. Wer einen solchen Komfortservice schon heute nutzen will, wählt die Nummer 01908-1-22-333 und lässt sich im Clarity-Center von "Info-Brokern" bedienen. V-Commerce ist nach Ansicht des Clarity-Chefs auch deswegen so attraktiv, weil das Internet mit seinen 1,8 Milliarden Webseiten und Petabytes an Informationen für "Otto Normalverbraucher" längst viel zu unübersichtlich geworden ist. "Finden Sie mal im Web heraus, welche Bauernhöfe in Ihrer Nähe ökologische Viehzucht betreiben. Schon diese einfache Frage im WWW zu recherchieren, kostet den geübten Surfer mehrere Stunden und ist für den Laien praktisch unmöglich. Der Anruf bei einem Voice Portal hingegen fördert die Antwort innerhalb von nur ein oder zwei Minuten zutage. Dauert es länger, ruft der Sprachportalanbieter zurück", gibt der Clarity-Vorstandsvorsitzende ein anschauliches Beispiel für den Nutzen. Die Unübersichtlichkeit des Internet wird laut Pfeiffer weiter zunehmen: Die Halbwertzeit der Wissensmenge liege heute in Teilbereichen bei nur noch 3,5 Jahren. Christoph Pfeiffer sieht V-Commerce nicht in Konkurrenz zu UMTS, sondern als Ergänzung: "Viele Menschen werden es vorziehen, ein Sprachportal anzurufen statt sich auf einem Minidisplay mit einer Mikrotastatur herumzuquälen. Sprache wird das bevorzugte Inputmedium sein. Aber auf der Outputseite ist es in vielen Fällen nützlich, die Antwort durch Display-Darstellungen zu unterstützen, beispielsweise durch eine Landkarte oder einen kurzen Videoclip." Unternehmen, die schon mit Angeboten für E-Commerce und M-Commerce im Netz sind, rät der Clarity-Gründer zum "Voice-Enabling". Hierzu wird auf die bestehende Web- bzw. WAP-Präsenz eine Sprachportalschicht aufgesetzt - dann kann der E- oder M-Shop auch per Anruf erreicht werden. "Jede Website lässt sich mit einer Sprachoberfläche versehen", versichert Christoph Pfeiffer, dessen Unternehmen unter anderem auf diese Technologie fokussiert ist. |
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