04. May 2001 10:32

Clarity lässt Computer (fast) wie Menschen sprechen

Die Clarity AG (Bad Homburg) hat eine neue Voice-Portal-Software auf den Markt gebracht, mit der man "fast wie mit einem Menschen sprechen kann" (so Clarity-Gründer und -Vorstandsvorsitzender Christoph Pfeiffer). Das Programm kann laut Anbieter natürlichsprachliche Dialoge führen und ist daher für Telefonauskunfts- und Reservierungsdienste sowie einfache Transaktionen geeignet. Der Anrufer spricht in normaler Sprache mit dem System, das seine Anfragen und Wünsche interpretiert und beantwortet bzw. durchführt. Das Einsatzspektrum reicht von der Telefon-, Börsen-, Kino-, Fahrplan- und Wetterauskunft bis hin zur telefonischen Bestellannahme (V-Commerce), betont Clarity-Chef Pfeiffer. Zielgruppe sind Telekommunikationsgesellschaften, Auskunftsdienste und Internetportale sowie die Betreiber von Hotlines und Call-Centern, die einen Teil ihres telefonischen Kundenverkehrs durch ein automatisiertes System abwickeln wollen.

Clarity-Chef Christoph Pfeiffer spricht von einer neuen Generation der Sprachdialogsysteme: Der Nutzer muss sich weder durch "Ja/Nein"- oder "Drücken-Sie-1-2-oder-3"-Menüs durchhangeln noch mit fest vorgegebenen Auswahl-Stichworten ("Sagen Sie Frankfurt, Paris oder London") herumschlagen. Vielmehr fragt er einfach "Wie wird das Wetter morgen in Paris?" oder "Welcher Actionthriller läuft heute Abend im Kino?" oder "Wie steht der Aktienkurs von SAP?" und erhält prompt die Antwort. Die Software nimmt sofort alle Informationen auf, die der Nutzer von sich gibt, und erteilt die Auskunft im Kontext aller Angaben. Dadurch kann eine Anfrage wie "Ich habe für morgen einen Flug von London nach Paris gebucht. Wie lauten meine Flugdaten? Wie sieht das Wetter aus? Ist mit meiner Hotelreservierung alles in Ordnung?" präzise und umfassend beantwortet werden. Das System gibt die jeweils bestmögliche Auskunft; umständliche und zeitraubende Rückfragen werden auf ein Minimum reduziert. Man kann dem Computer zudem jederzeit ins Wort fallen, um eine neue Frage zu stellen. Auch einfache Transaktionen wie eine Platz- oder Ticketreservierung, eine Hotelbuchung oder die Umbuchung eines Fluges sind laut Clarity problemlos möglich.

"Der Dialog wird vom Anrufer bestimmt, nicht vom Computer", erklärt Christoph Pfeiffer den Unterschied zu herkömmlichen Sprachcomputern. Dadurch wird die für eine Abfrage benötigte Zeit gegenüber traditionellen Sprachauskunftsdiensten um den Faktor zwei bis drei verkürzt. Das erhöht die Nutzerzufriedenheit, weil der Anrufer schneller an die benötigten Informationen herankommt und dadurch Zeit und Telefonkosten spart. Das System erkennt darüber hinaus Akzente, Dialekte und sogar Fremdsprachen. Es arbeitet sprecherunabhängig und kann mit Redewendungen und emotionalen Äußerungen umgehen. Selbst Vokabeln, die es nicht kennt, bringen es nicht aus dem Tritt. Nebengeräusche, wie sie beim Anruf über ein Handy auftreten, werden herausgefiltert und stören den Dialog daher nicht.


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